12.09.2008

Biogasproduktion mehr als erfüllt

Kompostierungsanlage in Niddatal-Ilbenstadt läuft besser als geplant– Lieferung von Strom und Wärme

Im Dezember vorigen Jahres wurde die Vergärungsanlage am Humus- und Erdenwerk Niddatal-Ilbenstadt in Betrieb genommen. Seitdem wurde Biogas aus Bioabfall zu Strom und Wärme in der kreiseigenen Kompostierungsanlage umgewandelt.

Jetzt wurde der mehrmonatige Probebetrieb erfolgreich abgeschlossen und das Regierungspräsidium Darmstadt hat dem Dauerbetrieb der Biogasanlage zugestimmt. Auch der neue Abfalldezernent Bardo Bayer hat lobende Worte: „Die Verknüpfung der bestehenden Kompostierungsanlage mit einer Biogasanlage ist ein bedeutender Beitrag des Wetteraukreises zum Klimaschutz. Durch die Gewinnung von Energie auf Basis erneuerbarer Rohstoffe können wir von fossilen Energieträgern wie Gas und Kohle unabhängig werden.“
Kompostierungsanlage umgewandelt. 

Die 6,3 Millionen Euro teure Anlage läuft auf Hochtouren – es wurde sogar mehr Energie erzeugt als geplant. Die zugesicherten Werte des Schweizer Anlagenbauers Kompogas wurden mehr als erfüllt. „Die Vergärungsanlage kann eine kontinuierliche, hervorragende Strom- und Wärmelieferung vorweisen“, berichtet Kurt P. Schäfer, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. „Wir haben hier einen großen Schritt von der Abfallwirtschaft zu einer zukunftsweisenden Rohstoffwirtschaft realisiert, den wir weiter ausbauen werden. Damit sind wir an der Spitze der Bewegung.“

Bioabfall aus der flächendeckenden eingesammelten Biotonne bietet eine dreifache Energieausbeute: Kompost, Flüssigdünger und Biogas. Laut Schäfer ist diese dreifache Nutzung eine perfekte biogene Rohstoffwirtschaft, die ohne Gebührenerhöhung realisiert werden konnte. Kompost und Flüssigdünger werden hauptsächlich in der regionalen Landwirtschaft eingesetzt und liefern Pflanzen eine sehr gute Nährstoffbasis. Biogas, der sich in einem luftdichten Behälter bildet, besteht zum überwiegenden Teil aus dem hochwertigen Energieträger Methan. Das erzeugte Biogas wird vor Ort in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Der produzierte Strom versorgt 1.500 Wetterauer Haushalte im Jahr. Die Abwärme wird zunächst vor Ort in der Kompostierung genutzt, eine spätere externe Nutzung ist geplant. Umgerechnet in CO2 macht dies laut dem Abfallwirtschaftsbetrieb eine jährliche Ersparnis von 3 Millionen kg aus – eine Menge, die ein 30 ha Wald binden könnte.

Im Blockheizkraftwerk wird Biogas in Strom und Wärme umgewandelt (Quelle: MM VIDEO FOTOWERBUNG)

Die Anlage ist nicht nur im Wetteraukreis bekannt. Überregionale Anerkennung und Interesse kommen von Landkreisen und der Privatwirtschaft aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Bei Führungen in Niddatal konnten sich die Interessenten über die vorteilhafte Integration einer Kompostierung mit einer Biogasanlage sowie die Umsetzung in der Abfallwirtschaft informieren.

Hinweise

Entsorgungsgebühren 
Recyclinghöfe und EZW


Produkt- und Merkblätter

(Information im Wesentlichen über zulässige und nicht zulässige Bestandteile, Anforderungen an den Zustand der Abfälle bei Übergabe)

Recyclinghof-Satzung

EEW Elektrogeräte Entsorgungs Werkstatt
zusätzliche Annahmestelle in Glauburg für Elektrogeräte, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen

Problemabfallsammlung in Florstadt-Leidhecken entfällt

Aufgrund von Bauarbeiten fällt der Termin des Schadstoffmobils am Freitag, 03.09.2010 in Florstadt-Leidhecken aus. Das Mobil steht dafür am Standort Nieder-Florstadt (Parkplatz hinter dem Rathaus, Freih.-von-Stein-Straße) eine Stunde länger, von 11:45 bis 14:45 Uhr.

Problemabfallsammlung in Ortenberg-Bergheim entfällt dieses Jahr

Aufgrund von längerfristigen Straßenbauarbeiten kann das Schadstoffmobil den Standort Ortenberg-Bergheim in diesem Jahr nicht anfahren.

Biokunststoffe gehören nicht in die Biotonne

Während der letzten Jahre finden sich vermehrt biologisch abbaubare Kunststoffe im Handel: Verkaufsschalen für Fleisch, Trinkbecher und Bioabfallbeutel.

Problemabfallsammlung in Bellmuth fällt 2010 aus

Aufgrund von Straßenarbeiten, die das ganze Jahr andauern, kann das Schadstoffmobil den Standort im Ranstädter Ortsteil Bellmuth 2010 nicht anfahren.