Kompostierungsanlage
Humus- und Erdenwerk Niddatal - Ilbenstadt
In Niddatal-Ilbenstadt steht das mit modernster Technik ausgestattete Humus- und Erdenwerk des Wetteraukreises.
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Adresse, Anfahrt und Öffnungszeiten Anlagenbeschreibung und Anlagendaten |
Abfall - die Ressource von morgen
Produkte und Materialien, die ihren Zweck erfüllt oder ihren Nutzen verloren haben, fallen unweigerlich als Abfall an.
In der heutigen Abfallwirtschaft geht es nur noch nachrangig um Abfallbeseitigung. Das Leitbild der Nachhaltigkeit gibt Ziele der Schonung von Ressourcen und der Verminderung von Emissionen vor. Die Verwertung von Abfällen wurde daher in den letzten Jahren verstärkt und effizienter gestaltet. Ganz nach dem Motto: Abfall von heute ist die Ressource von morgen.
Erste wichtige Abschnitte einer nachhaltigen Abfallwirtschaft
Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises (AWB) stellt sich mit seinen Beteiligungsgesellschaften Kompostierung Wetterau GmbH, Wetterauer Entsorgungsanlagen GmbH und Oberhessische Recycling Dienste GmbH den Herausforderungen der heutigen Zeit. Priorität hat eine nachhaltige Abfallwirtschaft auf Grundlage langfristiger und stabiler Entsorgungssicherheit. Hierzu wurde eine eigene Infrastruktur geschaffen.
Bereits seit Anfang der 90er Jahre wurden erste wichtige Abschnitte einer nachhaltigen Abfallwirtschaft verwirklicht. Die Biotonne wurde flächendeckend eingeführt und das Humus- und Erdenwerk in Niddatal-Ilbenstadt in Betrieb genommen. Später kamen noch die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) für Restabfall und das kreisweite Netz von Recyclinghöfen als weitere wichtige Bausteine hinzu.
Betreiber des Humus- und Erdenwerkes ist die Kompostierung Wetterau GmbH, an der neben dem AWB weitere landwirtschaftliche Gesellschafter beteiligt sind. Die Gesellschaft hat eine hohe Akzeptanz in der regionalen Landwirtschaft, die ein maßgebliches Standbein und eine bedeutsame Stütze für die Vermarktung der erzeugten biologischen Produkte ist.
Voraussetzung Getrenntsammlung
Basis der Wetterauer Abfallwirtschaft ist ein differenziertes Erfassungs- und Getrenntsammlungssystem, das dem politischen Credo der Abfallhierarchie entspricht: „Vermeiden, Verwerten, Beseitigen“. Es ermöglicht, dass verschiedene Abfallarten wie Bioabfall, Altpapier und Altglas in großen Mengen bei hoher Qualität getrennt erfasst werden. Im Humus- und Erdenwerk wird seitdem aus Bio- und Grünabfällen hochwertiger „Wetterauer Kompost“ hergestellt. Die gute Qualität des Kompostes ist nicht zuletzt der hohen Akzeptanz der Getrenntsammlung und der Mitarbeit von Privathaushalten und Gewerbebetrieben zu verdanken.
Anpassung der Anlage an neueste Standards
Das Humus- und Erdenwerk existiert als zentrale Kompostierungsanlage im Kreis seit 1993. Durch eine Erweiterung der vorhandenen Anlage im Jahr 1999 wurde die bis dahin offene Mietenkompostierung durch ein effizientes Aufbereitungssystem mit Störstoffentnahme und ein Kompostierungsverfahren mit einer Intensivrotte im geschlossenen System ergänzt.
Im Dezember 2007 wurde ein weiterer zukunftsträchtiger Ausbau in Betrieb genommen. Die Integration einer Vergärungsanlage in das bestehende Kompostwerk erweiterte die Anlage zu einem dreistufigen System: Vergärung, Intensivrotte und Nachreife. Durch die Vergärungsstufe kann aus dem organischen Abfall zusätzlich Energie in Form von Biogas gewonnen werden. Weiterhin konnte die Kapazität der Anlage den im Wetteraukreis anfallenden Mengen angepasst und die umweltrechtlichen Anforderungen für die Abluftbehandlung sicher erfüllt werden. Geruchsimmissionen im Umfeld der Anlage wurden durch die neue Vorbehandlung des Biomaterials und die Biofilter weiter reduziert.
Natürliches Recycling mit stofflicher und energetischer Ausbeute
Die Kompostierung ist das älteste und natürlichste Recyclingverfahren zur Verwertung von organischen Abfällen. Die von der Natur vorgegebenen Abläufe werden genutzt, um Rohstoffe aus dem Abfall wieder zurück in den natürlichen Stoffkreislauf zu bringen.
Landwirtschaftliche und gartenbauliche Nutzung entziehen dem Boden organische Substanz und Pflanzennährstoffe. Mit Ausbringung von Kompost werden diese Stoffe dem Boden wieder zugeführt. Die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens wird aufrecht erhalten und die Verwendung von mineralischem Dünger reduziert.
Kompost als nährstoffhaltiger Bodenverbesserer kann zudem Torf, der in vielen Erdenmischungen eingesetzt wird, weitgehend ersetzen.
Durch die Vergärung wird Bio- und Grünabfall zweimal genutzt: einmal zur Kompostherstellung und zum anderen zur Energieproduktion. Biotonnen sind somit auch Energietonnen. Das bei der Vergärung entstehende Biogas ist ein regenerativer Energieträger, der zu Strom und Wärme umgewandelt wird.
Durch die regionale Behandlung der Bio- und Grünabfälle und die Vermarktung der entstehenden Produkte in der Region wird ebenfalls ein positiver Klimaschutzbeitrag geleistet. Durch die kurzen Transportwege werden nur geringe Emissionen freigesetzt.
Strenge Regeln für Kompost
Der Kompost wird nach den strengen Regeln der „Gütegemeinschaft Kompost“ erzeugt und ständig kontrolliert. So wird sichergestellt, dass er von gleichbleibend hoher Qualität und Düngewirkung ist. Er ist frei von Pflanzensamen und Krankheitserregern. Der mit dem Gütezeichen ausgezeichnete „Wetterauer Kompost“ ist ein begehrtes Produkt in der Landwirtschaft, im Landschafts- und Gartenbau und für den Hausgarten geworden. Daneben bietet das Humus- und Erdenwerk auch Flüssigdünger für die Landwirtschaft, verschiedene Kompost-Erde-Mischungen und Blumenerden für unterschiedliche Einsatzwecke an.





